Samstag, 14. November 2020

Shakespeare im Lockdown: Hat er König Lear in Pestquarantäne geschrieben?


William Shakepeare hat Anfang des 17. Jahrhunderts die Zeit genutzt, während der Pest unter Quarantäne gestellt zu werden, um sein Drama »König Lear« zu schreiben. Der Barde nutzte angeblich die langwierige Schließung des »Globe Theater«, um auf sein Schreibfach zu zurückzukommen - und ließ sich »Macbeth«, »Antonius und Kleopatra« einfallen. Wenn Sie nicht panisch genug waren, wie wenig Sie in letzter Zeit erreicht haben, ist dies sicherlich ein Weg, sich schlechter zu fühlen.

Als Kind hatte er das Glück, die Krankheit zu überleben: Stratford-upon-Avon wurde im Sommer 1564, wenige Monate nach seiner Geburt, von einem großen Ausbruch heimgesucht, und bis zu einem Viertel der Stadtbevölkerung starb. Später hätte Shakespeare endlose Geschichten über dieses apokalyptische Ereignis gehört und in der Kirche in feierlicher Erinnerung an verlorene Stadtbewohner gekniet. Sein Vater John war eng in die Hilfsmaßnahmen involviert und nahm an einem Treffen teil, um Stratfords Ärmsten zu helfen. Es wurde wegen des Risikos im Freien abgehalten.

Als Shakespeare während seiner Laufbahn zunächst ein professioneller Schauspieler, dann ein Dramatiker und Aktionär einer Londoner Firma wurde, stellte die Pest sowohl eine professionelle als auch eine existenzielle Bedrohung dar. Die elisabethanischen Ärzte hatten keine Ahnung, dass die Krankheit durch Rattenflöhe übertragen wurde, und in dem Moment, in dem ein Ausbruch ausbrach - oft während der Frühlings- oder Sommermonate, der Hauptsaison für Theater -, versuchten die Behörden, Massenversammlungen zu verbieten. Angesichts der Tatsache, dass die Behörden dem Theater von Natur aus ohnehin misstrauisch gegenüber waren, da es ein Anreiz für Unanständigkeit und Cross-Dressing war und Gott weiß was noch, waren Spielhäuser ausnahmslos die ersten, die geschlossen wurden. (Auch Bordelle und Bärenköder-Arenen, auf die sich einige Theaterbesitzer als Einkommen stützten.) Wie ein damaliger Prediger es klar formulierte: „Die Ursache der Plagen ist Sünde, und die Ursache der Sünde sind Theaterstücke.“ Zwischen 1603 und 1613, als Shakespeares Macht als Schriftsteller auf dem Höhepunkt war, waren das »Globe« und andere Londoner Spielhäuser für erstaunliche 78 Monate geschlossen - In mehr als sechzig Prozent der Fälle.

Weblink:

Shakespeare in Lockdown: Did he write King Lear in plague quarantine - www.theguardian.com

Samstag, 18. Juli 2020

Die Figur des Falstaff in der Literatur

 Sir John Falstaff

Die Figur des Sir John Falstaff ist eine der bekanntesten literarischen Figuren der Weltliteratur eine ebenso magische wie mythische und faszinierende Figur. Shakespeares komische Figur Falstaff hat immer wieder Eingang in seinen Werken gefunden. Sie kam erstmals in den Stücken »Heinrich IV.« und »Die lustigen Weiber von Windsor« vor.

Es handelt sich um einen wohlbeleibten, trink- und raufsüchtigen Soldaten, der in »Die lustigen Weiber von Windsor« als zur Selbstüberschätzung neigend und in »Heinrich IV.« als melancholisch dargestellt wird. Über John Falstaff heisst es bei Shakespeare, er sei ein "Globus mit sündigen Kontinenten". Der Name Falstaff wird oft für einen dicken Angeber und Genießer verwendet.

Die Figur sollte ursprünglich Sir John Oldcastle heißen und wurde wegen der Namensgleichheit mit einem bekannten Ritter in Falstaff umbenannt. Die Figur des Falstaff war sehr beliebt und wurde von Shakespeare und auch anderen Autoren und Komponisten aufgegriffen und in eigenen Werken als komische Figur verarbeitet.

In »Heinrich V.« spielen Sir John Falstaff sowie seine Gefolgschaft und sein Haushalt ebenfalls eine gewichtige Rolle in der Rahmenhandlung. Wir erleben hier den in königliche Ungnade gefallenen, sterbenden Falstaff, der den Frankreichfeldzug seines Königs von 1415 nicht mehr erlebt. Am Hofe des todgeweihten Königs herrscht eine düstere Atmosphäre, die vom unermeßlichen Leid des Krieges kündet.

Der alternde Ritter John Falstaff ist durch seine Freundschaft mit dem Prinzen Hal, dem künftigen König Henry V., verbunden - aber es ist eine Freundschaft ungleicher Männer. Der jungn Hal liebt den spontanen Saufkumpan und Prahlhans und verehrt zugleich den strengen, machtbewußten Vater. Als er selber die Krone trägt, distanziert er sich vom Lehrer und Pfleger seiner Lüste und von der Zeit der Riterlichkeit im Alten England.


Sonntag, 21. Juni 2020

»Ein Sommernachtstraum« von William Shakespeare


»Ein Sommernachtstraum« (»A Midsummer Night's Dream«) ist eine Komödie von William Shakespeare in fünf Akten. Das Stück spielt in den Tagen vor dem Maifeiertag. Shakespeare greift den Volksglauben seiner Zeit auf, der mit der Walpurgisnacht einen besonderen Zauber verband.

In einer fantastischen Traumwelt beeinflussen der Elfenkönig Oberon und dessen Diener Puck die Geschicke der Menschen. Orte der Handlung sind das antike Athen und die umliegenden Wälder. Das von seinem Thema eher nordisch und mythologisch angehauchte Stück spielt im antiken Athen und in einem an die Stadt angrenzenden verzauberten Wald. Shakespeare verlegt den eher nordischen Stoff nach Athen und einen nahegelegenen Zauberwald.


Das turbulente Stück umfasst fünf Akte und die Erzählzeit von vier Tagen und Nächten und handelt von den Umständen der Hochzeit eines Herrscherpaares.

Vier Tage tauchen sich ja schnell in Nächte, Vier Nächte träumen schnell die Zeit hinweg: Dann soll der Mond, gleich einem Silberbogen, Am Himmel neu gespannt, die Nacht beschaun Von unserm Fest.

»Ein Sommernachtstraum« von William Shakespeare ist eine zauberhafte und turbulente Komödie über die Liebe und ihre Irrungen und Wirrungen im Elfenwald, welche Shakespeare durch zahlreiche Verwicklungen geschickt zu steigern weiß.

Ein »Sommernachtstraum« handelt davon dass ein Liebestrank in die Augen der Feenkönigin geträufelt wird und diese sich nun in den Esel verliebt. Die Komödie ist wohl das heiterste Stück, das Shakespeare überhaupt geschrieben hat.

Shakespeares Komödie »Ein Sommernachtstraum« ist ein Theaterstück, von dem ein ganz besonderer Zauber ausgeht, der entsteht, wenn sich Wunderbares mit Komischem vereint. Die Komödie ist wohl das heiterste Stück, das Shakespeare überhaupt geschrieben hat. Das Stück basiert auf einer Vielzahl von Erzählungen und Motiven, die Shakespeare geschickt zu einer eigenständigen traumähnlichen und märchenhaften Komödie über den Taumel der Liebe anheimfalllenden Paare zusammengefügt hat.

Rezension:

Ein Sommernachtstraum Rezension
Ein Sommernachtstraum Rezension
von Joachim Weiser

Mythos und Ritual bei Shakespeare: „Ein Sommernachtstraum“ von René Girard

Samstag, 20. Juni 2020

Hamlet.- der erste Mensch der Moderne

William Shakespeare

Im Mittelpunkt von Shakespeares Drama steht Prinz Hamlet, dessen Vater durch eine ruchlose Tat gemeuchelt wurde. Der Geist des toten Vaters erschien ihm in einer Nacht und kündete ihm von dessen gewaltsamen Tod. Doch Hamlet zögert, den Tod des Vaters zur rächen.

Mit »Hamlet« hat der erste Mensch der Moderne die Bühne betreten, denn dieser Prinz Hamlet ist der selbstreflexive Zweifler, den vorher noch kein Drama und keine Bühne gesehen hatte. Er weiß, daß sein Vater durch Mörderhand gemeuchelt wurde, doch er ergeht sich in Zweifeln und zögert zu handeln, um seinen gemeuchelten Vater zu rächen.

Prinz Hamlet war Zweifelnder, Zauderer und Erkennender zugleich, der über die Welt nachdenkt und Fragen stellt. Hamlet, der Zögerer und Grübler, befindet sich auf der Suche nach seiner Identität. Es gehört zur Tragik diese Hamlet, daß seine Suche jedoch keine Lösung für ihn parat hat. Für ihn hat die Welt eben keinen Ausgang.


Shakespeares »Hamlet« gilt als Höhepunkt seines dramatischen Schaffens. Das 1600 / 1601 entstandene und 1602 uraufgeführte Werk ist ein zeitloses Drama umd Liebe, Rachsucht, Tod und Vergänglichkeit.

»Hamlet« erzählt die Geschichte von dem gemeuchelten Dänenkönig, dessen Sohn der Mord durch einen nächtlich erscheinenden Geist offenbart wird. Der Stoff, aus dem die mörderischen Träume sind, bietet eine bunte Mischung aus Mord, Intrige, Verrat und Liebe und offenbart die tiefe Abgründigkeit des menschlichen Daseins.

Die Geschichte des in ein tintenschwarzes Wams gekleideten und ein Buch mit sich tragenden dänischen Prinzen gilt als eines der bedeutendsten Werke Shakespeares.

Das Shakespeare-Drama »Hamlet« behandelt einige der Abgründe, in die menschliches Handeln durch Skrupellosigkeit und Leidenschaft zu gelangen vermag.

»Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.«

William Shakespeare, »Hamlet«


»Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.«
Shakespeare, der kluge Dialektiker.

Literatur:

Hamlet Hamlet von William Shakespeare

Hamlet - Prinz von Dänemark - William Shakespeare Hamlet

Weblinks:

"In Hamlet schaut sich die Neuzeit selbst an" - ZEIT ONLINE - www.zeit.de

William Shakespeare-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

William Shakespeare-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

E-Book:

Hamlet - Prinz von Dänemark - William Shakespeare Hamlet von William Shakespeare

Blog-Artikel:

- Kulturwelt-Blog - culturwelt.blogspot.com

Samstag, 6. Juni 2020

Schauspielertruppen im Elisabethanischen Zeitalter

Elisabethanisches Theater

In England waren Schauspieler im Mittelalter bei Hofe gesellschaftlich hoch angesehen. Von Shakespeare und Richard Burbage ist sogar bekannt, dass sie Ehrenämter bei Hofe bekleideten. Zudem konnten die adligen Schutzherren ihren Kompanien im Notfall auch finanziell unter die Arme greifen – ob regelmäßig Zuschüsse flossen, ist nicht bekannt, aber wohl eher unwahrscheinlich, denn die Truppen erwirtschafteten in der Regel Gewinn.

Das Patronagesystem brachte enorme Vorteile für die Schauspielertruppen mit sich: Während in anderen europäischen Ländern noch im 18. Jahrhundert der Beruf des Darstellers als moralisch bedenklich eingestuft wurde, häufig auf eine Ebene gestellt mit der Prostitution, genossen Schauspieler in England hohes gesellschaftliches Ansehen.

Anfang des 16. Jahrhunderts entwickelten sich die ersten professionellen Schauspielertruppen, zusammengesetzt aus fahrenden Schaustellern und einer wachsenden Zahl an Arbeitslosen. Offensichtlich sahen gerade sozial schlecht gestellte Personengruppen in der Schauspielerei eine gute Verdienstmöglichkeit. Die Zahl der Kompanien wuchs nach 1550 jedenfalls stark an.

Als Reaktion darauf erlaubte das Vagabundengesetz von 1572 in London nurmehr Auftritte von Schauspielern, die unter der Patronage eines Adligen standen. Die erste Patentverleihung erfolgte 1574 an die Truppe des Earl of Leicester. 1583 dann wurden – mit den besten Darstellern der Zeit – die Queen Elizabeth’s Men gegründet.

Der Tod Königin Elisabeths brachte viele Veränderungen mit sich: Hatten schon 1597 nurmehr zwei Schauspieltruppen, die »Lord Chamberlain’s Men« und die »Admiral’s Men« die Lizenz zum Spiel in London inne, so übernahm nun der Hof alle Kompanien: Aus den »Lord Chamberlain’s Men« wurden so die »King’s Men«.

60 Jahre Royal Shakespeare Company

RSC

Die »Royal Shakespeare Company« ist ein Theater-Ensemble mit Niederlassungen in Stratford-upon-Avon, London und Newcastle. Sie wurde 1960 durch Peter Hall gegründet, der auch erster Intendant der Company war.

In Stratford bespielt und unterhält die Theatergesellschaft das »Royal Shakespeare Theatre« (1933 als »Shakespeare Memorial Theatre« erbaut, 1961 umbenannt), das den elisabethanischen Bühnen nachempfundene »Swan Theatre« sowie das kleine Theater »The Other Place«.

Das 1982 als Londoner Spielort der RSC erbaute »Barbican Theatre« im »Barbican Centre« verließ das Ensemble 2002, um fortan an wechselnden Spielorten in der Stadt zu spielen.

Weblinks:

Royal Shakespeare Company - www.rsc.org.uk

Shakespeare's Life and Times

Samstag, 23. Mai 2020

Elisabethanisches Theater

Porträt Königin Elisabeths I. von Nicholas Hilliard, ca. 1585

Als Elisabethanisches Theater bezeichnet man das Theater der englischen Renaissance unter Königin Elisabeth I. in der Regierngszeit von 1558 bis 1603 und ihrem Nachfolger Jakob I. in der Regierungszeit von 1603 bis 1625. Das elisabethanische Theater war ein wichtiger Teil des Gesellschaftslebens in London, wobei dazu auch Krönungen, Staatsbegräbnisse, öffentliche Umzüge und Huldigungen gehörten.

Eine allgemeine kulturelle Blüte Englands führte im 16. Jahrhundert zur Entstehung eines Theaterwesens, das in seinen Ausmaßen wohl nur mit antiken Vorbildern zu vergleichen ist: Erstmals seit über tausend Jahren existierten wieder professionelle Schauspieltruppen.

Das Theater avancierte – bis zum Verbot aller Theater-Aufführungen unter puritanischer Herrschaft im Jahr 1642 – zum Raum für die Begegnung der gesellschaftlichen Schichten. Schlagartig wuchs die Produktion dramatischer Werke an, es entstanden vielfältige (und neue) theatrale Formen.

Literatur:

Elisabethanisches Zeitalter

Elisabethanisches Zeitalter von Ulrich Suerbaum