Samstag, 16. April 2022

William Shakespeare - der große Dichter und Schöpfer des elisabethanischen Zeitalters

William Shakespeare

Shakespeare war ein äußerst talentierter Stückeschreiber von weltmännischem Format. Er bediente sich bei den antiken Mythen und den Chroniken des Mittelalters und verwob sie mit eigenen Erfahrungen. William Shakespeare war ein des Lebens kundiger Dichter. Er hatte die Fähigkeit, Menschen in allen möglichen Situationen darzustellen.

Er brachte wie kein zweiter Autor die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle zum Ausdruck. Seine Werke spiegeln im Zeitablauf häufig Phasen und Erfahrungen seines Lebens.


Seine Bühnenstücke gehören zu den bedeutendsten, am meisten aufgeführten und verfilmten der Weltliteratur. Am 23. April 1616 starb er. Nach Gott, heißt es, hat Shakespeare am meisten geschaffen. Vermutlich sogar Besseres.

Wenngleich auch umgekehrt gilt, dass Shakespeare alle Katastrophen dieser Welt im ahnungsvoll wissenden Ansatz schon mitbedacht hat. Und das wunderbarste Glück, die schönsten Herrlichkeiten ebenso. Sein stetes Erfolgsgeheimnis: Nichts Menschliches, nichts Unmenschliches ist ihm fremd. - Shakespeare lies es in seiene Stücken also immer recht menscheln. Die Spannweite reichte dabei von der Komödie bis zum Drama.

Der große Dichter und Schöpfer des elisabethanischen Zeitalters schuf den Stoff, aus dem Träume sind. - Robert Musil soll einmal gesagt haben, Shakespeare sei es gelungen, eine Welt zu erschaffen aus nichts als Luft. Damit meinte der Autor von „Der Mann ohne Eigenschaften“, dass Shakespeares Figuren keiner Wirklichkeit entnommen sind, die sich in einer bestimmten Zeit festmachen lassen. Trotzdem tragen sie natürlich Züge, die von den damaligen Gesellschaftsstrukturen stark beeinflusst wurden.
„Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind, muß auch kein Blick zurück mehr fallen! Was getan ist, ist getan und bleibt's.“

Mit 46 Jahren kehrte Shakespeare als reicher Mann nach Stratford zurück, und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre, wobei er die Verbindungen zu seinen ehemaligen Kollegen nicht ganz abreißen ließ und bei einigen Theaterproduktionen als Mitautor beteiligt war.

Literatur:

Elisabethanisches Zeitalter

Elisabethanisches Zeitalter von Ulrich Suerbaum

Donnerstag, 14. Oktober 2021

»Schäkespears Tag«

Shakespeare Tag
Zum »Schäkespears Tag« ist eine Rede des 22-jährigen Johann Wolfgang von Goethe, die er vor 250 Jahren am 14. Oktober 1771 anlässlich des »Shakespeare-Tages« in Frankfurt am Main in seinem Elternhaus vortrug; darin ehrt er den englischen Lyriker und Dramatiker William Shakespeare für sein Schaffen und drückt seine ganz ganz persönliche Beziehung zu ihm aus. Sie gilt neben Herders Programmschrift »Shakespear« als wichtiges Dokument der Shakespeare-Begeisterung der »Sturm und Drang« Zeit.

Goethe zufolge enthielten die Werke Shakespeares viele für den Sturm und Drang typische Merkmale. So breche Shakespeare mit den alten Regeln des klassischen Theaters. Die drei Einheiten des Ortes, der Zeit und der Handlung, die nach Aristoteles Prinzipien für den Aufbau von Dramen waren, seien nur Fesseln, die die freie Interpretation eines Werkes nicht zuließen. Diese seien bei Shakespeares Dramen richtigerweise nicht berücksichtigt worden.
„Ich zweifelte keinen Augenblick, dem regelmäßigen Theater zu entsagen. Es schien mir die Einheit des Orts so kerkermäßig ängstlich, die Einheiten der Handlung und der Zeit lästige Fesseln unsrer Einbildungskraft. Ich sprang in die freie Luft und fühlte erst, daß ich Hände und Füße hatte. Und jetzo, da ich sahe, wie viel Unrecht mir die Herrn der Regeln in ihrem Loch angetan haben, wieviel freie Seelen noch drinne sich krümmen, so wäre mir mein Herz geborsten, wenn ich ihnen nicht Fehde angekündigt hätte und nicht täglich suchte, ihre Türme zusammenzuschlagen.“

Auch sieht Goethe in den Werken Shakespeares den Kampf des Individuums gegen den Rest der Welt, eine Facette, die wegweisend für die Sturm-und-Drang-Zeit war. Der Begriff Genie sei ebenfalls auf Shakespeares Dramen anzuwenden. So gebe es eine Figur, die all die Eigenschaften eines Originalgenies besitze, eine Figur mit absoluter Schöpferkraft. Weiter sieht Goethe auch den Aspekt des Naturmenschen in Shakespeares Werken vorhanden. So ist der typische stürmerisch-drängerische Mensch eins mit der Natur bzw. dem, was man der idealisierten Natur zusprach; Regelfreiheit und Non-Konformität sind zwei wesentliche Schlagworte in dieser Hinsicht.

Als vor rund 250 Jahren die Shakespeare-Begeisterung in Deutschland um sich griff, gehörte auch ein sogenanntes ›Hamlet-Erlebnis‹, nämlich die Identifikation mit dem melancholischen Dänenprinzen, zu den Reaktionen auf Shakespeares Stücke. Die menschliche Psyche und ihre Widersprüchlichkeiten sowie die Reflexion über Ich, Fiktion und Welt stehen in diesem Stück auf dem Prüfstand, und nicht umsonst hat der berühmteste Monolog der Theatergeschichte in diesem Stück seinen Platz: "To be or not to be, that is the question" / "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage".

Freitag, 11. Juni 2021

Ben Jonson - der bedeutendste englische Dramatiker der Renaissance

Benjamin Jonson


Ben Jonson, eigentlich Benjamin Jonson - wurde am 11. Juni (unsicher) 1572 in London geboren. Ben Jonson war ein englischer Bühnenautor und Dichter. Neben William Shakespeare gilt Ben Jonson als der bedeutendste englische Dramatiker der Renaissance.

Jonson sah sich als gelehrten Dichter und war in der Weiterführung der Renaissance ein glühender Verehrer der antiken, besonders der römischen Literatur, ohne damit jedoch in irgendeiner Weise eine Weltfremdheit zu verbinden oder auf die Entwicklung eines eigenen literarischen Profils zu verzichten. Ausgehend von der römischen Komödie begründete er vor allem eine neue Form der satirischen Sittenkomödie, die bis in das 18. Jahrhundert bestehen blieb.

Jonson verstand sich nicht nur als Dramatiker, sondern stets auch als Lyriker, der seine Dichtung auf der Grundlage antiker Gattungen wie Epigramm, Epitaph, Epistel oder Ode gestaltete. Dabei lehnte er den Stil der metaphysischen Dichter mit oftmals gesuchten oder ausufernden Metaphern (conceits) ab und legte großen Wert auf eine Klarheit der Form und Schlichtheit des Ausdrucks. Dadurch trug er maßgeblich zu der Entstehung des Ideals eines schlichten Stils (plain style) bei.

Die frühe Schaffensphase Jonsons als Dramatiker war durch seine Erfindung der »comedy of humours« als einer besonderen Spielart der »comedy of manners« geprägt. Dabei griff er die auf der antiken sowie mittelalterlichen Humoralpathologie fußende Theorie von den verschiedenen Körpersäften und vier Temperamenten des Cholerikers, Sanguinikers, Melancholikers und Phlegmatikers auf. Seine besondere Errungenschaft war es, diese Lehre metaphorisch zu nutzen, um die Exzentrizitäten und Affektiertheiten der Menschen im gesellschaftlichen Leben darzustellen. Die einzelnen Episoden dieser Variante der Komödie dienen dabei vor allem der Offenlegung der einzelnen humours; das Ziel des gesamten Geschehens ist vornehmlich auf die Heilung der humours ausgerichtet, die im Wesentlichen nur Übertreibungen grundsätzlich wünschenswerter Eigenschaften verkörpern.

Ben Jonson starb am 6. August 1637 in London.

Samstag, 29. Mai 2021

Elisabeth I. und ihre Zeit

Porträt Königin Elisabeths I. von Nicholas Hilliard, ca. 1585

Elisabeth I. (1533-1603) hat die Geschicke Englands in der Renaissance gelenkt und das Selbstbewußtsein ihrer Nation geprägt. In einer patriarchalischen Epoche hat sie als einzige Frau in Europa Weltpolitik gemacht. Dies gelang ihr durch Verhandlungsgeschick und neue technologische und ökonomische Errungenschaften, durch den Einsatz moderner Regierungsformen und die Führung einer parlamentarisch begleiteten Monarchie, in welcher nicht gegen das Volk regiert wurde, sondern nach Maßgabe eines goldenen Mittelwegs.

Stets war sie umgeben von meist klug ausgewählten Beratern und Fachleuten, gegenüber denen sie zwar die Königin blieb mit dem Recht auf das letzte, oft allerdings zögerlich oder lang überlegte Wort. Aber sie regierte nicht absolutistisch, sondern durchaus geschickt im Verbund, vor allem mit dem Juristen William Cecil, dem Mann ihres Vertrauens, ihrem Staatssekretär und späteren Lordschatzmeister und Ersten Baron Burghley.

Das elisabethanische Zeitalter ist eine der aufregendsten Epochen der englischen Geschichte, zugleich einer der Höhepunkte der englischen Literatur und Kunst, mit dem alles überragenden William Shakespeare. Unter Elisabeth I. erlebte England nicht nur einen machtpolitischen Aufschwung - der Sieg über die spanische Armada (1588) war eine Grundvoraussetzung für die Errichtung des britischen Weltreiches -, sondern auch eine Blüte der Naturwissenschaft und Technologie, einen unglaublichen Aufstieg der englischen Dichtung in den Rang der Weltliteratur (Shakespeare) und die Entwicklung zu einer wirkungsvollen Wirtschafts- und Seemacht.

Der Papst und Elisabeth-Gegner Sixtus V. hatte aus seiner Sicht Elisabeth durchaus richtig eingeschätzt: "Sie ist eine große Frau; und wäre sie nur katholisch, hätte sie nicht ihresgleichen (...) Seht nur, wie gut sie regiert; sie ist nur eine Frau; nur Beherrscherin einer halben Insel, und doch wird sie gefürchtet: von Spanien, von Frankreich, vom Kaiser, von allen."


Literatur:


Elisabeth I. und ihre Zeit
von Jürgen Klein

Dienstag, 20. April 2021

Erste Aufführung von Shakespeares »Macbeth«"



In London fand am 20. April 1611 die erste urkundlich erwähnte Aufführung von William Shakespeares Stück "Macbeth" statt. Das düstere Drama in fünf Aufzügen soll Shakespeare wahrscheinlich im Jahr 1606 geschrieben haben.

In dem düsteren Stück geht es um Machtgier, Egoismus, Mord und Geltungssucht. Macbeth scheut nicht vor Mord zurück, um König von Schottland zu werden. Dabei hilft ihm die Prophezeiung von "Hexen", die ihn vor eventuellen Widersachern warnen. Macbeths Frau, Lady Macbeth, drängt ihn zum Mord an König Duncan. Nach zahlreichen Morden siegt doch das Gute: Macbeth unterliegt dem rechtmäßigen Thronerben im Kampf.

Shakespeare wurde vermutlich am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon in England geboren. Er gilt als herausragender Dramatiker, nicht nur des 16. und 17. Jahrhunderts.

Literatur:

Macbeth
Macbeth von William Shakespeare

Samstag, 5. Dezember 2020

»Shakespeares Welt: So lebten, liebten und litten die Menschen im 16. Jahrhundert« von Ian Mortimer - Rezension

Shakespeares Welt: So lebten, liebten und litten die Menschen im 16. Jahrhundert


Frisch von seiner gefeierten Tour durch England im 14. Jahrhundert und reist Ian Mortimer 200 Jahre in seiner Zeitmaschine vorwärts. Er setzt uns in die Regierungszeit von Elizabeth I. ein und möchte, wie er es ausdrückt, "die Realität der Vergangenheit" nachbilden, um dem Leser zu helfen, die Zweifel, Hoffnungen, Bräuche und Praktiken des täglichen elisabethanischen Lebens besser zu verstehen. Seine Wahl des Alters ist klug: Er wird nicht nur von sofort erkennbaren Personen - Shakespeare, Sir Francis Drake und "Gloriana" selbst - bevölkert, sondern ist in vielerlei Hinsicht eine Welt, die von der seines vorherigen Buches weit entfernt ist. Im späten 16. Jahrhundert verstanden die Menschen die Welt anders und nicht zuletzt dank Elizabeths religiöser Besiedlung von 1559 verstanden sie Gott auch anders.

Dies ist wie sein Vorgänger weitgehend ein sozialgeschichtliches Werk. Mortimer führt uns durch die elisabethanische Landschaft und nimmt denselben Gesprächsstil an, der von der zweiten Person intim gemacht wird, die unseren Blick durch die Straßen, Kammern, Schränke und Theater der Stadt lenkt und sich fließend über die enormen Unterschiede in Bezug auf Wohlstand und Lebensstandard bewegt trennte die reichsten und die ärmsten. Das Buch reicht von Englands Landschaft und seinen Menschen über das Verhalten und das Essen, Trinken und Tragen bis hin zu einer ausgewählten Sammlung sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Details.

Mortimer unterstreicht die großen und kleinen Veränderungen, die das elisabethanische England auszeichnen: eine aufstrebende Bevölkerung, insbesondere in Städten; die ausgefallene Mode der Wohlhabenden; die zunehmende Allgegenwart von Glasfenstern, die Ankunft von Tabak (empfohlen von einem Enthusiasten zur Vorbeugung "gegen Rheums und andere in der Lunge hervorgerufene Krankheiten") und die Ankündigung der ersten öffentlichen Lotterie. Er zeichnet auch die Bemühungen des Staates auf, seine Kontrolle durchzusetzen und Gesetze zu erlassen, von Zigeunern bis hin zu Verrat. Dies war schließlich ein Zeitalter, in dem der elisabethanische Staat bedroht war oder sich selbst bedroht fühlte. Wie Mortimer betont, wurde das Leben der Katholiken während der Regierungszeit immer schwieriger: "In nur 35 Jahren wandelt sich der Katholizismus von einer respektablen Norm zur Religion einer verfolgten Minderheit."

Mortimer hat ein Auge für das Erzählen von Anekdoten, und in diesen ist sein Buch von seiner besten Seite. Er genießt die versehentlich unterhaltsamen Fulminationen des Puritaners Philip Stubbes, der in einer anderen Zeit sicherlich empörte Briefe an seine Lokalzeitung geschrieben hätte. "Ist dieses Mordspiel jetzt eine Übung für den Sabbat?" er donnert vom Fußball, der damals zugegebenermaßen ein eher gewalttätiges Spiel war als heute. Ebenso auffällig sind die Theaterstücke des Straßenräubers Gamaliel Ratsey, der beim Erhängen schwere Sturmwolken auf sich zukommen sah und seine letzten Worte lange genug ausstreckte, um sicherzustellen, dass die anwesenden Beamten gründlich durchnässt waren.

Mortimer ist bemüht, darauf hinzuweisen, wie hart das Leben für Frauen blieb, insbesondere und - unweigerlich - für diejenigen der unteren Ränge. Um eines von mehreren Beispielen zu nennen: Ein Diener namens Joan Somers wird vergewaltigt und dann der Sünde der Unzucht beschuldigt. Am anderen Ende des sozialen Spektrums bemerkt er die Gewohnheit der Königin, versehentlich in ihrer Unterwäsche gefunden zu werden, als männliche Botschafter zur königlichen Präsenz zugelassen wurden.

Manchmal kann das Detail jedoch überwältigend werden, da seitenlange Tabellen und Zitate schnell hintereinander folgen: An diesen Stellen fühlt sich dies eher wie ein Quellenbuch oder eine Zusammenfassung als wie ein Leitfaden an und das Ziel, das 21. Jahrhundert zu platzieren Leser in der elisabethanischen Umgebung wird verdeckt. Um die besonderen Qualitäten des elisabethanischen England zu definieren, das sowohl ein Zeitalter außergewöhnlicher individueller Kreativität als auch Brutalität darstellt, läuft Mortimer außerdem Gefahr, historischen Anachronismus zu erleiden.

Gelegentlich umkreist er die Zeit auch zu sehr und kontrastiert sie mit dem "Mittelalter" - eine Unterscheidung, die die Elisabethaner selbst nicht erkannt hätten - und es besteht eine Spannung zwischen seinem Wunsch, den Leser in den Moment zu versetzen und die Qualitäten festzuhalten das definiert allgemein das Alter.

Bestimmte Behauptungen für elisabethanische Innovation stimmen nicht: Die Reichen tranken oft lange vor Elizabeths Regierungszeit aus Gläsern (im Gegensatz zu Krügen), während sie lange zuvor die große Halle verlassen hatten, um sich in kleineren und weniger zugigen Kammern wohl zu fühlen. In ähnlicher Weise könnte der Gärtner aus dem frühen 15. Jahrhundert, der die kunstvollen Lauben und Gassen der "Rosamondesbower" im königlichen Palast von Woodstock pflegt, etwas über Mortimers Behauptung gesagt haben, formale Gärten seien eine elisabethanische Entwicklung.

In der "Envoi" am Ende des Buches interpretiert Mortimer das Zeitalter als eine Zeit der Chance, in der viele der tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft "von Einzelpersonen vorgenommen werden" - er zitiert solche wie Shakespeare, Elizabeths Rechtshänder William Cecil, Lord Burghley und die Königin selbst - etwas, was, wie er behauptet, in unserer eigenen institutionellen Welt des 21. Jahrhunderts unmöglich ist. Das Buch vermittelt jedoch nicht ganz, warum das elisabethanische Zeitalter so individuell sein sollte - wenn es tatsächlich so wäre.

Nichts davon sollte darüber hinwegtäuschen, dass Mortimer erneut ein lebendiges und höchst unterhaltsames Buch geschrieben hat. In Anlehnung an die Ansicht des Sozialhistorikers Christopher Dyer, vergangene Gesellschaften zu kennen, bedeutet, sich selbst zu verstehen, hat er eine attraktive Formel gefunden, mit der er das Leben gewöhnlicher Menschen in der Geschichte darstellen und die Geschichte zum Leben erwecken kann.

Rezension:

»The Time Traveller's Guide to Elizabethan England« by Ian Mortimer - Review - www.theguardian.com

Literatur:

Zeitmaschine: Shakespeares Welt: So lebten, liebten und litten die Menschen im 16. Jahrhundert Shakespeares Welt: So lebten, liebten und litten die Menschen im 16. Jahrhundert von Ian Mortimer

The Time Traveller's Guide to Elizabethan England

Samstag, 14. November 2020

Shakespeare im Lockdown: Hat er König Lear in Pestquarantäne geschrieben?


William Shakepeare hat Anfang des 17. Jahrhunderts die Zeit genutzt, während der Pest unter Quarantäne gestellt zu werden, um sein Drama »König Lear« zu schreiben. Der Barde nutzte angeblich die langwierige Schließung des »Globe Theater«, um auf sein Schreibfach zu zurückzukommen - und ließ sich »Macbeth«, »Antonius und Kleopatra« einfallen. Wenn Sie nicht panisch genug waren, wie wenig Sie in letzter Zeit erreicht haben, ist dies sicherlich ein Weg, sich schlechter zu fühlen.

Als Kind hatte er das Glück, die Krankheit zu überleben: Stratford-upon-Avon wurde im Sommer 1564, wenige Monate nach seiner Geburt, von einem großen Ausbruch heimgesucht, und bis zu einem Viertel der Stadtbevölkerung starb. Später hätte Shakespeare endlose Geschichten über dieses apokalyptische Ereignis gehört und in der Kirche in feierlicher Erinnerung an verlorene Stadtbewohner gekniet. Sein Vater John war eng in die Hilfsmaßnahmen involviert und nahm an einem Treffen teil, um Stratfords Ärmsten zu helfen. Es wurde wegen des Risikos im Freien abgehalten.

Als Shakespeare während seiner Laufbahn zunächst ein professioneller Schauspieler, dann ein Dramatiker und Aktionär einer Londoner Firma wurde, stellte die Pest sowohl eine professionelle als auch eine existenzielle Bedrohung dar. Die elisabethanischen Ärzte hatten keine Ahnung, dass die Krankheit durch Rattenflöhe übertragen wurde, und in dem Moment, in dem ein Ausbruch ausbrach - oft während der Frühlings- oder Sommermonate, der Hauptsaison für Theater -, versuchten die Behörden, Massenversammlungen zu verbieten. Angesichts der Tatsache, dass die Behörden dem Theater von Natur aus ohnehin misstrauisch gegenüber waren, da es ein Anreiz für Unanständigkeit und Cross-Dressing war und Gott weiß was noch, waren Spielhäuser ausnahmslos die ersten, die geschlossen wurden. (Auch Bordelle und Bärenköder-Arenen, auf die sich einige Theaterbesitzer als Einkommen stützten.) Wie ein damaliger Prediger es klar formulierte: „Die Ursache der Plagen ist Sünde, und die Ursache der Sünde sind Theaterstücke.“ Zwischen 1603 und 1613, als Shakespeares Macht als Schriftsteller auf dem Höhepunkt war, waren das »Globe« und andere Londoner Spielhäuser für erstaunliche 78 Monate geschlossen - In mehr als sechzig Prozent der Fälle.

Weblink:

Shakespeare in Lockdown: Did he write King Lear in plague quarantine - www.theguardian.com