Ist Shakespeare der Mann, für den wir ihn lange Zeit hielten. Das Leben des begnadeten Dramatikers und Dichters William Shakespeare (1564-1616) gibt bis heute zu Spekulationen Anlass. Kaum Persönliches ist überliefert. Nur das Werk ist ein Vermächtnis von zeitloser Genialität.
Soviel ist gewiß: William Shakespeare (1564-1616) gehört zu den bedeutendsten Dramatikern der Weltliteratur. Sein Gesamtwerk umfasst 38 Theaterstücke, darunter "Romeo und Julia", "Hamlet" oder "Macbeth". Hinzu kommen epische Versdichtungen und eine Sammlung von 154 Sonetten.
Das Bild eines Mannes, der die Freiheit, das Spiel und das Wort liebte, dem das Leben überbordende Energie, nie versiegende Lust am Neuen und einen hell strahlenden Geist mitgegeben hatte.
Eine historische Detektivgeschichte, ein elisabethanischer Krimi, eine Ermittlung über das Leben William Shakespeares (1564 - 1616) vor dem Hintergrund seiner bewegten Zeit.
Die Figur des Sir John Falstaff ist eine der bekanntesten literarischen Figuren der Weltliteratur eine ebenso magische wie mythische und faszinierende Figur. Shakespeares komische Figur Falstaff hat immer wieder Eingang in seinen Werken gefunden. Sie kam erstmals in den Stücken »Heinrich IV.« und »Die lustigen Weiber von Windsor« vor.
»Laßt einen beleibten Mann auf der Bühne sein!« - Manchmal muß auch eine kolossale Figur auf die Bühne, so ein richtiger Fettwanst, welcher durch seine Präsenz den Raum ordentlich ausfüllt. Es handelt sich beim Falstaff um einen wohlbeleibten, trink- und raufsüchtigen Soldaten, der in »Die lustigen Weiber von Windsor« als zur Selbstüberschätzung neigend und in »Heinrich IV.« als melancholisch dargestellt wird. Über John Falstaff heisst es bei Shakespeare, er sei ein "Globus mit sündigen Kontinenten". Der Name Falstaff wird oft für einen dicken Angeber und Genießer verwendet.
Die Figur sollte ursprünglich Sir John Oldcastle heißen und wurde wegen der Namensgleichheit mit einem bekannten Ritter in Falstaff umbenannt. Die Figur des Falstaff war sehr beliebt und wurde von Shakespeare und auch anderen Autoren und Komponisten aufgegriffen und in eigenen Werken als komische Figur verarbeitet.
In »Heinrich V.« spielen Sir John Falstaff sowie seine Gefolgschaft und sein Haushalt ebenfalls eine gewichtige Rolle in der Rahmenhandlung. Wir erleben hier den in königliche Ungnade gefallenen, sterbenden Falstaff, der den Frankreichfeldzug seines Königs von 1415 nicht mehr erlebt. Am Hofe des todgeweihten Königs herrscht eine düstere Atmosphäre, die vom unermeßlichen Leid des Krieges kündet.
Der alternde Ritter John Falstaff ist durch seine Freundschaft mit dem Prinzen Hal, dem künftigen König Henry V., verbunden - aber es ist eine Freundschaft ungleicher Männer. Der jungn Hal liebt den spontanen Saufkumpan und Prahlhans und verehrt zugleich den strengen, machtbewußten Vater. Als er selber die Krone trägt, distanziert er sich vom Lehrer und Pfleger seiner Lüste und von der Zeit der Riterlichkeit im Alten England.
»Die tragische Historie vom Doktor Faustus« ist ein Blankversdrama von Christopher Marlowe. Die Erstausgabe erschien 1604. Christopher Marlowe ist der bedeutendste englische Dramatiker vor Shakespeare und seine »tragische Historie« eine der größten vor-goethischen Faust-Dichtungen.
Im Prolog wird Faust als Kind niederer Eltern vorgestellt, der durch seine Wissbegierde und Wissenseitelkeit gleich Ikarus untergeht.
Fausts Parforceritt durch die Wissenschaften (I. Akt, 1. Szene) erfolgt etwas ausführlicher als bei Goethe. Dabei werden oft ganze Sätze in fremden Sprachen zitiert, wobei die Übersetzung/Erläuterung hinten im Anhang zu finden ist, was unglücklich ist. An dieser Stelle und weitere über 100 Erläuterungen wären als Fußnoten sinnvoller, weil deren Verständnis (sehr) wichtig ist.
Fausts innere Unruhe, seine Zweifel sind plastischer als bei Goethe oder Lenau und werden oft durch zwei Engel illustriert, die erscheinen, um ihm (stellvertretend für den inneren Monolog/Konflikt) die Folgen seiner Handlung aufzuzeigen; ihn zu ermuntern bzw. zurückzuhalten.
Besonders interessant, daß viele komische Passagen auch heute zünden. So erscheint Mephistopheles dem Faust das erste Mal in einer Gestalt, die Faust missfällt. Er hält ihn für zu hässlich und „befiehlt“ ihm sogleich, sich zu verdünnisieren und in Gestalt eines Franziskanermönchs zu erscheinen.
Oder geniale Wortspiele, die auch im Deutschen ihre Wirkung nicht verfehlen. Wagner sagt z.B.: „Wenn ich nicht von Natur ein Phlegmaticus wäre und langsam zum Zorn, dafür aber schnell zur nächsten Liebespraktik äh, praktischen Nächstenliebe, […]“
Der 400 Jahre alte Text ist auch heute sehr gut zu verstehen,; nur einige Passagen sind metrisch etwas holprig. Aber auch Lenau hat zum Schluss hin formal mehr geschludert, da kam ihm wohl die Lust etwas abhanden; wobei Lenau durchweg mit Reimen arbeitet, was hier nicht der Fall ist.
Bald nach dem ersten großen Erfolg dieses Blankversdramas in London brachten es wandernde englische Schauspieler nach Deutschland.
Marlowes Text hat als Vorläufer der beiden großen Tragödien von Goethe und Lenau seinen Reiz. Dabei folgt Marlowe vielfach dem englischen Faust-Buch, das 1592 in England erschienen war . In der deutschen Ausgabe werden übrigens zwei unterschiedliche Fassungen dieses Dramas behutsam und erläuternd verzahnt, was den Lesefluss nicht stört.
Shakespeare war ein äußerst talentierter Stückeschreiber von weltmännischem Format. Er bediente sich bei den antiken Mythen und den Chroniken des Mittelalters und verwob sie mit eigenen Erfahrungen. William Shakespeare war ein des Lebens kundiger Dichter. Er hatte die Fähigkeit, Menschen in allen möglichen Situationen darzustellen.
Er brachte wie kein zweiter Autor die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle zum Ausdruck. Seine Werke spiegeln im Zeitablauf häufig Phasen und Erfahrungen seines Lebens.
Seine Bühnenstücke gehören zu den bedeutendsten, am meisten aufgeführten und verfilmten der Weltliteratur. Am 23. April 1616 starb er. Nach Gott, heißt es, hat Shakespeare am meisten geschaffen. Vermutlich sogar Besseres.
Wenngleich auch umgekehrt gilt, dass Shakespeare alle Katastrophen dieser Welt im ahnungsvoll wissenden Ansatz schon mitbedacht hat. Und das wunderbarste Glück, die schönsten Herrlichkeiten ebenso. Sein stetes Erfolgsgeheimnis: Nichts Menschliches, nichts Unmenschliches ist ihm fremd. - Shakespeare lies es in seiene Stücken also immer recht menscheln. Die Spannweite reichte dabei von der Komödie bis zum Drama.
Der große Dichter und Schöpfer des elisabethanischen Zeitalters schuf den Stoff, aus dem Träume sind. - Robert Musil soll einmal gesagt haben, Shakespeare sei es gelungen, eine Welt zu erschaffen aus nichts als Luft. Damit meinte der Autor von „Der Mann ohne Eigenschaften“, dass Shakespeares Figuren keiner Wirklichkeit entnommen sind, die sich in einer bestimmten Zeit festmachen lassen. Trotzdem tragen sie natürlich Züge, die von den damaligen Gesellschaftsstrukturen stark beeinflusst wurden.
„Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind,muß auch kein Blick zurück mehr fallen!Was getan ist, ist getan und bleibt's.“
Mit 46 Jahren kehrte Shakespeare als reicher Mann nach Stratford zurück, und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre, wobei er die Verbindungen zu seinen ehemaligen Kollegen nicht ganz abreißen ließ und bei einigen Theaterproduktionen als Mitautor beteiligt war.
Zum »Schäkespears Tag« ist eine Rede des 22-jährigen Johann Wolfgang von Goethe, die er vor 250 Jahren am 14. Oktober 1771 anlässlich des »Shakespeare-Tages« in Frankfurt am Main in seinem Elternhaus vortrug; darin ehrt er den englischen Lyriker und Dramatiker William Shakespeare für sein Schaffen und drückt seine ganz ganz persönliche Beziehung zu ihm aus. Sie gilt neben Herders Programmschrift »Shakespear« als wichtiges Dokument der Shakespeare-Begeisterung der »Sturm und Drang« Zeit.
Goethe zufolge enthielten die Werke Shakespeares viele für den Sturm und Drang typische Merkmale. So breche Shakespeare mit den alten Regeln des klassischen Theaters. Die drei Einheiten des Ortes, der Zeit und der Handlung, die nach Aristoteles Prinzipien für den Aufbau von Dramen waren, seien nur Fesseln, die die freie Interpretation eines Werkes nicht zuließen. Diese seien bei Shakespeares Dramen richtigerweise nicht berücksichtigt worden.
„Ich zweifelte keinen Augenblick, dem regelmäßigen Theater zu entsagen. Es schien mir die Einheit des Orts so kerkermäßig ängstlich, die Einheiten der Handlung und der Zeit lästige Fesseln unsrer Einbildungskraft. Ich sprang in die freie Luft und fühlte erst, daß ich Hände und Füße hatte. Und jetzo, da ich sahe, wie viel Unrecht mir die Herrn der Regeln in ihrem Loch angetan haben, wieviel freie Seelen noch drinne sich krümmen, so wäre mir mein Herz geborsten, wenn ich ihnen nicht Fehde angekündigt hätte und nicht täglich suchte, ihre Türme zusammenzuschlagen.“
Auch sieht Goethe in den Werken Shakespeares den Kampf des Individuums gegen den Rest der Welt, eine Facette, die wegweisend für die Sturm-und-Drang-Zeit war. Der Begriff Genie sei ebenfalls auf Shakespeares Dramen anzuwenden. So gebe es eine Figur, die all die Eigenschaften eines Originalgenies besitze, eine Figur mit absoluter Schöpferkraft. Weiter sieht Goethe auch den Aspekt des Naturmenschen in Shakespeares Werken vorhanden. So ist der typische stürmerisch-drängerische Mensch eins mit der Natur bzw. dem, was man der idealisierten Natur zusprach; Regelfreiheit und Non-Konformität sind zwei wesentliche Schlagworte in dieser Hinsicht.
Als vor rund 250 Jahren die Shakespeare-Begeisterung in Deutschland um sich griff, gehörte auch ein sogenanntes ›Hamlet-Erlebnis‹, nämlich die Identifikation mit dem melancholischen Dänenprinzen, zu den Reaktionen auf Shakespeares Stücke. Die menschliche Psyche und ihre Widersprüchlichkeiten sowie die Reflexion über Ich, Fiktion und Welt stehen in diesem Stück auf dem Prüfstand, und nicht umsonst hat der berühmteste Monolog der Theatergeschichte in diesem Stück seinen Platz: "To be or not to be, that is the question" / "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage".
Ben Jonson, eigentlich Benjamin Jonson - wurde am 11. Juni (unsicher) 1572 in London geboren. Ben Jonson war ein englischer Bühnenautor und Dichter. Neben William Shakespeare gilt Ben Jonson als der bedeutendste englische Dramatiker der Renaissance.
Jonson sah sich als gelehrten Dichter und war in der Weiterführung der Renaissance ein glühender Verehrer der antiken, besonders der römischen Literatur, ohne damit jedoch in irgendeiner Weise eine Weltfremdheit zu verbinden oder auf die Entwicklung eines eigenen literarischen Profils zu verzichten. Ausgehend von der römischen Komödie begründete er vor allem eine neue Form der satirischen Sittenkomödie, die bis in das 18. Jahrhundert bestehen blieb.
Jonson verstand sich nicht nur als Dramatiker, sondern stets auch als Lyriker, der seine Dichtung auf der Grundlage antiker Gattungen wie Epigramm, Epitaph, Epistel oder Ode gestaltete. Dabei lehnte er den Stil der metaphysischen Dichter mit oftmals gesuchten oder ausufernden Metaphern (conceits) ab und legte großen Wert auf eine Klarheit der Form und Schlichtheit des Ausdrucks. Dadurch trug er maßgeblich zu der Entstehung des Ideals eines schlichten Stils (plain style) bei.
Die frühe Schaffensphase Jonsons als Dramatiker war durch seine Erfindung der »comedy of humours« als einer besonderen Spielart der »comedy of manners« geprägt. Dabei griff er die auf der antiken sowie mittelalterlichen Humoralpathologie fußende Theorie von den verschiedenen Körpersäften und vier Temperamenten des Cholerikers, Sanguinikers, Melancholikers und Phlegmatikers auf. Seine besondere Errungenschaft war es, diese Lehre metaphorisch zu nutzen, um die Exzentrizitäten und Affektiertheiten der Menschen im gesellschaftlichen Leben darzustellen. Die einzelnen Episoden dieser Variante der Komödie dienen dabei vor allem der Offenlegung der einzelnen humours; das Ziel des gesamten Geschehens ist vornehmlich auf die Heilung der humours ausgerichtet, die im Wesentlichen nur Übertreibungen grundsätzlich wünschenswerter Eigenschaften verkörpern.
Elisabeth I. (1533-1603) hat die Geschicke Englands in der Renaissance gelenkt und das Selbstbewußtsein ihrer Nation geprägt. In einer patriarchalischen Epoche hat sie als einzige Frau in Europa Weltpolitik gemacht. Dies gelang ihr durch Verhandlungsgeschick und neue technologische und ökonomische Errungenschaften, durch den Einsatz moderner Regierungsformen und die Führung einer parlamentarisch begleiteten Monarchie, in welcher nicht gegen das Volk regiert wurde, sondern nach Maßgabe eines goldenen Mittelwegs.
Stets war sie umgeben von meist klug ausgewählten Beratern und Fachleuten, gegenüber denen sie zwar die Königin blieb mit dem Recht auf das letzte, oft allerdings zögerlich oder lang überlegte Wort. Aber sie regierte nicht absolutistisch, sondern durchaus geschickt im Verbund, vor allem mit dem Juristen William Cecil, dem Mann ihres Vertrauens, ihrem Staatssekretär und späteren Lordschatzmeister und Ersten Baron Burghley.
Das elisabethanische Zeitalter ist eine der aufregendsten Epochen der englischen Geschichte, zugleich einer der Höhepunkte der englischen Literatur und Kunst, mit dem alles überragenden William Shakespeare. Unter Elisabeth I. erlebte England nicht nur einen machtpolitischen Aufschwung - der Sieg über die spanische Armada (1588) war eine Grundvoraussetzung für die Errichtung des britischen Weltreiches -, sondern auch eine Blüte der Naturwissenschaft und Technologie, einen unglaublichen Aufstieg der englischen Dichtung in den Rang der Weltliteratur (Shakespeare) und die Entwicklung zu einer wirkungsvollen Wirtschafts- und Seemacht.
Der Papst und Elisabeth-Gegner Sixtus V. hatte aus seiner Sicht Elisabeth durchaus richtig eingeschätzt: "Sie ist eine große Frau; und wäre sie nur katholisch, hätte sie nicht ihresgleichen (...) Seht nur, wie gut sie regiert; sie ist nur eine Frau; nur Beherrscherin einer halben Insel, und doch wird sie gefürchtet: von Spanien, von Frankreich, vom Kaiser, von allen."